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Genau 60 Jahre nach Richard Hamiltons bahnbrechender Multimedia-Installation „Fun House“, realisiert für die Ausstellung „this is tomorrow“ 1956 in London, vereint die retrospektive Überblicksschau „This Was Tomorrow“ im Kunstmuseum Wolfsburg in einer multimedialen Rauminszenierung Malerei, Skulptur, Collage, Architektur, Zeichnung, Installation, Film, Musik, Fernsehen und Fotografie zu einem umfassenden Panorama der Pop Art in Großbritannien.

Die Einladung zu synästhetischer Wahrnehmung und Reflexion war prägend für die legendäre Londoner Ausstellung „This is Tomorrow”, für die der Künstler (Richard Hamilton) seinerzeit die Collage entworfen hatte.

Ein halbes Jahrhundert sind diese Arbeiten alt - und noch immer ein ätzender Kommentar auf eine männlich dominierte Gesellschaft.

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Vor allem Richard Hamilton (1922–2019) sah als Theoretiker wie mit seiner Malerei und seinen Installationen in der Pop-Art die Chance, verkrustete Gegebenheiten, die Architektur nicht ausgenommen, kritisch zu unterlaufen.Damit stand er den Ideen der Bauhaus-Bewegung der zwanziger Jahre in Weimar und Dessau nahe.Nigel Hendersons eindringliche Schwarz-Weiß-Fotografien eines entbehrungsreichen Wiederaufbaus treffen auf Modelle und Entwurfszeichnungen der Smithsons für ihr „House of the Future“.Comics, Science-Fiction, wissenschaftliche Buchillustrationen, Werbeanzeigen, Hollywood-Filme und Zeitschriftenseiten werden jenseits jeden klassischen High-and-Low-Denkens als Inspirationsquellen sichtbar.Mit einer unglaublichen Fülle an Materialien, Werken und Künstlerporträts machen sie die Vorreiterrolle sichtbar, die Großbritannien bei der Entwicklung der Pop Art gespielt hat. „Wir haben ganz London auf den Kopf gestellt und eine Pop-Explosion der ersten Güte zusammengetragen“, sagte Beil gestern. „This Was Tomorrow“ zeigt, was uns bewegte und noch bewegt: Wohnen, Wettrüsten, Krieg, Umwelt, Konsum, Mode und Musik.

Jetzt können Besucher in der reichen Ausstellung die Anfänge dieser aufmüpfigen Kunst wieder entdecken, die fast naiven Bilder von Peter Blake oder die abstrakte Malerei von Richard Smith.

Zentrale Protagonisten wie Peter Blake, David Hockney, R. Kitaj und Allen Jones, etwas unbekanntere, jedoch wesentliche Mitstreiter wie Derek Boshier, Peter Phillips, Richard Smith, Gerald Laing, Patrick Caulfield, Antony Donaldson, Colin Self und Joe Tilson, aber auch die oft vernachlässigten, dezidiert weiblichen Positionen von Pauline Boty und Jann Haworth sind dort mit größeren Werkgruppen zu erleben.

Stets geht es darum, die zahlreichen, heute meist vergessenen Querverbindungen zwischen den damals fluide werdenden Kulturformen und ihren kreativen Akteuren exemplarisch sichtbar zu machen.

Dass der Pop Art auch Frauen gehörten, ist heute allerdings fast vergessen. Eine wirkliche Entdeckung ist Jann Haworth: Sie schuf lebensgroße Skulpturen, von denen ihr Lehrer Eduardo Paolozzi ihr riet, sie in Bronze zu gießen.

Die Künstlerin entschied sich jedoch, sie in „Stoff zu gießen“: Aus dem typisch weiblichen Material formt sie zum Beispiel einen lässig an einer Wand lehnenden Cowboy oder einen braungebrannten coolen Surfer - und demontiert mit dem weichen Material deren „stählerne Männlichkeit“!

Und sie prägt die grandiose Wolfsburger Schau, die an sie erinnert.